Über den NO2-Atlas

Das Team des NO2-Atlas: hinten: Maren, Jannis, Annelie, Rieke, vorn: Melissa, Trang


Ein erwachsener Mensch atmet pro Tag etwa 12.000 Liter Luft ein und wieder aus. Gewissermaßen stellt Atemluft also das wichtigste Lebensmittel dar, welches für uns unentbehrlich ist. Umso wichtiger ist eine möglichst gute Qualität unserer Luft. Diese hat sich in Deutschland hinsichtlich aller relevanten Luftschadstoffe in den vergangenen 25 Jahren bereits deutlich verbessert [UBA, 2018]. Dennoch zeigen die kontinuierlichen Messungen der Überwachungsbehörden, dass die festgelegten Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) in vielen Städten - auch in Berlin - insbesondere an stark befahrenen Straßen immer noch überschritten werden. Somit besteht eine potentielle Gefahr für die menschliche Gesundheit.

Die Überwachungsbehörden erfüllen mit ihren NO2-Immissionsmessungen die Vorgaben der Europäischen Luftreinhalte-Richtlinie. Dennoch ist die Anzahl und die räumliche Verteilung der Messstellen insbesondere in Hinblick auf die hohe Anzahl lokaler Emissionsquellen vergleichsweise gering. Es existieren daher nur relativ wenig Informationen über die Ausbreitung und Verteilung von NO2 in der näheren Umgebung der relevanten Quellen und an weiter entfernt gelegenen Orten.

Wir möchten im Rahmen unseres Projekts die NO2-Konzentration in Berlin flächendeckend erfassen und ein möglichst feines Netzwerk an NO2-Daten generieren. Dies ermöglicht uns die räumliche Variabilität von NO2 und somit auch die Belastungssituation betroffener Bewohner*innen besser beurteilen zu können. Neben der Identifikation von möglichen Hotspots, an denen die Konzentration besonders hoch ist, soll auch die Wirkung verschiedener Einflussfaktoren auf die NO2-Konzentration, wie die Wetterlage und die Bebauung, betrachtet werden.

Die NO2-Daten möchten wir mithilfe der Berliner Bevölkerung gewinnen. Bürger*innen sind aufgerufen, mittels Messröhrchen Luftproben in ihrer Umgebung zu sammeln. Anschließend wird die NO2-Konzentration am jeweiligen Messort von uns im Labor bestimmt. Die ermittelten Daten werden in Form einer interaktiven Karte dargestellt und allen interessierten Personen öffentlich zugänglich gemacht.